Jagdzeit Gamswild
Gamswild: Zuordnung, Aussehen, Jahreszyklus und Brunft
Die Gams (Rupicapra rupicapra) ist das Wild des Steilgeländes. In Deutschland kommt sie vor allem in den bayerischen Alpen vor, dazu in eingebürgerten Beständen einiger Mittelgebirge. Wie das Muffelwild ist sie ein Hornträger — Krucken statt Geweih, und die tragen beide Geschlechter.
Zoologische Zuordnung
Gamswild gehört zur Ordnung der Paarhufer und damit jagdlich zum Schalenwild. Innerhalb der Wiederkäuer zählt es zur Familie der Hornträger und dort zu den Ziegenartigen — nicht zu den Hirschen. Anders als beim Muffelwild tragen bei der Gams beide Geschlechter Hörner: die Krucken, unverzweigt, bleibend und nach hinten gehakelt.
Aussehen und Verfärben
Die Sommerdecke ist hellbraun, die Winterdecke dunkelbraun bis nahezu schwarz — verfärbt wird im Frühjahr und wieder im Herbst. Auffällig ist die Gesichtszeichnung: helle Wangen mit einem dunklen Streifen vom Auge zum Windfang, dessen Kontrast mit dem Alter verblasst und als Ansprechmerkmal dient. Über den Rücken zieht ein dunkler Aalstrich, dessen lange Winterhaare den Gamsbart ergeben. Der Kletterausrüstung dienen scharfrandige, weit spreizbare Schalen mit weichen Ballen.
Der Jahreszyklus
Die Krucken wachsen vom Frühjahr bis in den Herbst und stehen im Winter still. Jeder Winter hinterlässt einen Ring — deshalb lässt sich das Alter beim Gamswild so genau bestimmen wie bei kaum einer anderen Wildart, einfach durch Zählen. Der Bock ist an der stärkeren Krucke und der ausgeprägteren Hakelung zu erkennen. Im Sommer steht Gamswild hoch, im Winter zieht es auf tiefer gelegene, sonnseitige Hänge; Geißen und Kitze leben im Rudel, alte Böcke einzeln.
Das Gebiss
Das Dauergebiss hat 32 Zähne, im Oberkiefer ohne Schneidezähne und mit Kauplatte. Der Zahnwechsel zieht sich lange hin und ist erst mit gut drei bis vier Jahren abgeschlossen — bis dahin lässt sich das Alter an den nachgeschobenen Schneidezähnen mitlesen, danach übernehmen die Krucken diese Aufgabe. Im Sommer äst Gamswild wählerisch, im Winter nimmt es, was zu bekommen ist.
Die Brunft
Die Brunft fällt in den November und Dezember und damit später als bei allem übrigen Schalenwild außer dem Sikawild. Die Böcke treiben die Geißen im Steilgelände und tragen dabei Verfolgungsjagden und Kämpfe aus, die für beide gefährlich sind. Weil die Brunft in den beginnenden Winter fällt, gehen die Böcke geschwächt in die härteste Zeit des Jahres.
Jungtierentwicklung
Die Tragzeit beträgt rund 25 bis 26 Wochen. Gesetzt wird im Mai und Juni, in aller Regel ein Kitz. Es wird nicht abgelegt, sondern folgt der Geiß vom ersten Tag an — im Steilgelände wäre ein abgelegtes Kitz auch nicht zu halten. Gesäugt wird etwa fünf Monate lang.
Jagdzeiten für Gamswild im Überblick
| Gamswild - Jährlinge (beide Geschlechter) | 01.07-31.01 | |
| Gamswild - Geißen, Kitze | 01.09-31.01 | |
| Gamswild - Böcke | 01.09-31.01 |
| Gamswild | 01.08-15.12 |
| Gamswild | 01.08-15.12 |
| Gamswild - Kitze, Jährlinge, Geiße, Böcke | 01.08-15.12 |
| Gamswild - Jedes Alter/Geschlecht | 01.08-31.01 |
| Gamswild - Jedes Alter/Geschlecht | 01.08-15.12 |
Die Spalte Jagdjahr läuft vom 1. April bis 31. März — dem Jagdjahr, nicht dem Kalenderjahr. Der grüne Balken ist die Jagdzeit.
Datenstand 2026-08-18. Angaben ohne Gewähr — verbindlich ist allein die Jagdverordnung des jeweiligen Landes. Die Rechtsgrundlage je Land steht auf der Seite des Bundeslands.